LEED und Bauchemikalien: Was Sie wissen müssen
Mit steigenden Nachhaltigkeitserwartungen im Baugewerbe wird der Rolle von Bauchemikalien immer größere Aufmerksamkeit geschenkt. LEED ist zu einem Schlüsselverfahren für die Gestaltung der Auswahl und Dokumentation dieser Materialien geworden.
Eine Einführung in LEED
Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) ist eines der weltweit anerkanntesten Zertifizierungssysteme für nachhaltiges Bauen. LEED ist ein freiwilliges Bewertungssystem, das Gebäude basierend auf ihrer Umweltleistung in einer Reihe von Kategorien bewertet. Für Bauunternehmen, die Bauchemikalien wie Dichtungsmittel, Klebstoffe, Beschichtungen und Verbindungsmittel für Kabel beziehen, bietet LEED Materialtransparenz, es erhöht die chemische Sicherheit und es fördert eine verantwortungsvolle Beschaffung. Es ist ein wichtiger Faktor, der die Auswahl, Dokumentation und Installation von Bauchemikalien revolutioniert.
Wie Bauchemikalien in LEED bewertet werden
LEED bewertet die Umweltleistung in einer Reihe von Kategorien. Es bewertet die Nachhaltigkeit anhand von 8 Schlüsselkategorien:
• Standort und Transport (LT)
• Nachhaltige Standorte (SS)
• Wassereffizienz (WE)
• Energie und Atmosphäre (EA)
• Materialien und Ressourcen (MR)
• Umweltqualität im Innenbereich (IEQ)
• Innovation (IN)
• Regionale Priorität (RP)
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Diese Kategorien decken eine Reihe von Überlegungen ab. Die wichtigsten Kategorien bei der Bewertung von Bauchemikalien sind Materialien und Ressourcen (MR) und Umweltqualität im Innenbereich (IEQ). Diese Kategorien fördern eine verantwortungsvolle Beschaffung zur Reduzierung der Umweltauswirkungen von Bauchemikalien. Um die LEED-Richtlinien zu erfüllen, müssen Bauchemikalien einen nur minimalen Gehalt an oder keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) aufweisen. Von der Verwendung von Chemikalien, die Schwermetalle, Weichmacher, halogenierte Flammschutzmittel und andere bedenkliche Stoffe enthalten, wird abgeraten.
Materialien und Ressourcen (MR): Transparenz und verantwortungsbewusste Chemikalien
Die Kategorie Materialien und Ressourcen bewertet die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen von Materialien aus der Extraktion durch Herstellung, Verwendung und Ende der Lebensdauer. Die Kategorie MR unterstützt Produkte mit transparent vom Lieferanten offengelegten Inhaltsstoffen. Zu den wichtigsten Strategien in dieser Kategorie zählen Lebenszyklusbewertungen (LCA), Umweltproduktdeklarationen (EPD) und Optionen für die Abfallreduzierung und das Recycling.
Diese Offenlegung ermöglicht es den Projektteams ferner, chemische Inhalte gegen anerkannte Gefahrenrahmen zu bewerten, einschließlich der Roten Liste der Living Building Challenge (LBC). In der Roten Liste werden Materialien aufgeführt, von denen bekannt ist, dass sie die menschliche Gesundheit oder das Ökosystem schädigen, wie z. B.:
• Halogenierte Flammschutzmittel
• PVC und Chloropren
• Phthalate
• PFAS
• Schwermetalle wie Quecksilber und Cadmium
LEED verbietet Chemikalien auf der Roten Liste nicht vollständig. Hersteller von Bauchemikalien, die Materialien auf der Roten Liste eliminieren oder minimieren, verbessern die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte bei LEED-Projekten und verringern langfristige Haftungsrisiken.
Umweltqualität im Innenbereich (IEQ): Schutz der Gesundheit der Gebäudenutzer
Die Kategorie Umweltqualität im Innenbereich konzentriert sich auf die Minimierung von Emissionen, die die Luftqualität im Innenbereich beeinträchtigen. Bauchemikalien verursachen einen Großteil von Schadstoffen im Innenbereich, wenn sie nicht sorgfältig ausgewählt werden. LEED erfordert, dass Klebstoffe, Dichtungsmittel, Beschichtungen und ähnliche chemische Produkte strenge VOC- und Emissionsgrenzwerte einhalten.
Niedrig emittierende Materialien werden typischerweise an etablierte VOC-Standards angepasst:
• Vorschriften gemäß South Coast Air [SD3.1]Quality Management District (SCAQMD)
• California Department of Public Health (CDPH) Standard Method (v1.2 oder später)
Niedrig emittierende Bauchemikalien unterstützen gesündere Innenbereiche, reduzieren Gerüche während des Bauens und tragen dazu bei, anschließende Beschwerden von Gebäudenutzern zu verhindern.
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Sonstige regulatorische und Lieferkettenüberlegungen
Zusätzlich zu LEED Credits stellt sich bei Bauchemikalien ebenfalls die Herausforderung, globale Vorschriften und die Erwartungen von Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance zu erfüllen.
RoHS (Beschränkung der Verwendung gefährlicher Stoffe)
RoHS beschränkt die Verwendung gefährlicher Stoffe wie Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom und bestimmte bromierte Flammschutzmittel.
Elektro- und Elektronikprodukte – wie Kabelsysteme, Steuerungen und Geräte – müssen RoHS erfüllen, um die Anforderungen des internationalen Marktes zu erfüllen und die allgemeinen Nachhaltigkeitsziele von LEED zu fördern.
PBT-Chemikalien (persistent, bioakkumulierend und toxisch)
PBT-Chemikalien bleiben in der Umwelt bestehen, akkumulieren sich in lebenden Organismen und bergen langfristige Gesundheitsrisiken. LEED und ähnliche Systeme zur Nachhaltigkeitszertifizierung kennzeichnen PBT zunehmend als besorgniserregende Chemikalien.
Konfliktmineralien
Bauprodukte, die Metalle wie Zinn, Wolfram, Tantal und Gold enthalten – gängig in elektrischen Komponenten und Steuerungssystemen – können unter die Anforderungen an die Berichterstattung über Konfliktmineralien fallen. Die Einhaltung von Vorschriften zur Beschaffung von Konfliktmineralien führt nicht zum Erhalt eines LEED Credit, aber sie stärkt die MR-Dokumentation und fördert weiterreichende ESG- und Nachhaltigkeitsziele von Eigentümern.
Beispiele für LEED bei Polywater
Als Hersteller von Chemikalien überprüft Polywater fortlaufend die Beschaffung und das Design von Chemikalien, um den Einsatz umweltgefährdender und giftiger chemischer Komponenten zu reduzieren. Darüber hinaus wird bei Verpackungen und Anwendungen danach gestrebt, sowohl den Materialeinsatz zu reduzieren als auch die Sicherheit zu steigern. Hier sind einige Höhepunkte aus der umfassenden Auswahl an Polywater-Produkten:
Kabelschmiermittel – Schmiermittel von Polywater sind wasserbasierend. Sie enthalten keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und weisen eine geringe Toxizität auf. Sie sind bereits in relativ geringen Mengen effektiv. Neue Verpackungsoptionen beinhalten wiederverwertbare Behälter.

Kabel- und Spleißvorbereitung – Die für die Spleißvorbereitung verwendeten Reinigungslösungen sind in speziellen Wischtuch-Packungen enthalten, die die Lösungsmittelexposition minimieren. Dadurch wird die chemische Exposition und die Freisetzung von VOC in die Umwelt verringert.
Klebstoffe und Dichtungsmittel – Klebstoffe und Dichtungsmittel von Polywater enthalten keine Lösungsmittel und weisen sehr niedrige VOC-Emissionen auf. Sie sind so verpackt, dass die Exposition während der Anwendung minimiert wird. Sie können auch verwendet werden, um Gebäude abzudichten und Innenbereiche vor Methangas und anderen Toxinen zu schützen.

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Von Compliance zum Wettbewerbsvorteil
LEED hat die Bewertung von Bauchemikalien von einer Hintergrundüberlegung zu einem zentralen Nachhaltigkeitsaspekt gemacht. Zu den Vorteilen zählen eine erhöhte Materialtransparenz, ein verbessertes Verantwortungsbewusstsein, eine höhere Luftqualität im Innenbereich, eine geringere toxische Exposition und verbesserte Herstellungsprozesse. Es bietet bei dem Bau gesünderer und nachhaltigerer Gebäude einen strategischen Vorteil.